In vier Schritten zum 3D-Modell!
Mit der photogrammetrischen 3D-Erfassung können archäologische Objekte digital dokumentiert werden. Dabei entstehen 3D-Modelle, die für Forschung, Restaurierung, Lehre und Museumsarbeit genutzt werden können. Die theoretischen Grundlagen der Photogrammetrie stammen aus dem 19. Jahrhundert und wurden ursprünglich für Vermessung und Kartografie entwickelt. Seit den frühen 2000er-Jahren wird diese Methode verstärkt in der Archäologie eingesetzt und kommt heute bei den meisten Grabungen und archäologischen Forschungsprojekten zum Einsatz.
Die Erstellung von 3D-Modellen ist mit einem hohen zeitlichen und technischen Aufwand verbunden. Gute Ergebnisse hängen stark von der Qualität der Fotos, der Beleuchtung und der Rechenleistung des Computers ab. Zudem können feine Details oder schwer zugängliche Bereiche nicht immer vollständig erfasst werden.
2. Fotografieren
Fotografiere das Gefäß auf dem Drehteller in Abständen von etwa 10–15 Grad. Halte dabei die Kamera auf gleicher Höhe und im gleichen Abstand. Das Objekt selbst darf während des Fotografierens nicht bewegt werden, ebenso sollte der Zoom der Kamera unverändert bleiben. Wiederhole diesen Vorgang aus einer höheren und aus einer niedrigeren Perspektive. Achte darauf, dass sich jedes Bild deutlich mit den vorherigen überlappt (mindestens 60–70 %).
Für die Erstellung eines vollständigen 3D-Modells benötigst du zwei Bildserien. Eine Bildserie dokumentiert die obere Seite des Gefäßes ("top"), die zweite die Unterseite ("bottom"). Diese beiden Modelle werden später miteinander zusammengefügt. Wichtig ist, dass sich die Fotos beider Bildserien überlappen.


Interesse am 3D-Modellieren?
Ein anschauliches Tutorial zur photogrammetrischen Aufnahme archäologischer Objekte bietet das Deutsche Archäologische Institut (DAI) auf YouTube.
1. Setup
Was du brauchst: einen Laptop mit Agisoft Metashape, eine Kamera, ein Stativ, eine Fotobox mit gleichmäßiger Beleuchtung und einen Drehteller. Stelle das zu dokumentierende Objekt auf einen Drehteller mit kontrastreichem Hintergrund in die Fotobox. Sorge für gleichmäßiges Licht ohne harte Schatten oder Reflexionen. Stelle deine Kamera, am besten auf einem Stativ, vor die Fotobox.
Tipp: Eine Drehscheibe mit unregelmäßigen Mustern hilft dem Programm später, die Fotos zu alignen.