In vier Schritten zur archäologischen Zeichnung!

Das archäologische Keramikzeichnen ist eine der ältesten Dokumentationsmethoden der Archäologie und wird bis heute in zahlreichen Forschungsprojekten eingesetzt. Dabei wird eine grafische Zeichnung der Keramik angefertigt, in der sowohl die Profilform als auch dekorative Elemente dargestellt werden. Diese Zeichnungen bilden die Grundlage für die Erstellung von Keramiktypologien, die in der Archäologie eine zentrale Rolle spielen. Auf ihrer Basis lassen sich Gefäße rekonstruieren und Keramik regional sowie zeitlich einordnen. Darüber hinaus dienen die Zeichnungen der grundlegenden Dokumentation archäologischer Funde. Die Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten zeigt, dass das archäologische Zeichnen auch im digitalen Zeitalter weiterhin eine zentrale Rolle spielt.

Archäologisches Zeichnen ist mit einem gewissen Zeit- und Kostenaufwand verbunden und unterliegt der individuellen Wahrnehmung der zeichnenden Person. Zudem bestehen nicht immer einheitliche Standards bei Zeichnung und Maßstab. Dennoch bildet diese Methode seit Langem eine zentrale Grundlage der archäologischen Dokumentation und hat einen umfangreichen Wissensschatz geschaffen, der für die Forschung unverzichtbar ist.

1. Material

Um Keramik technisch zeichnen zu können, brauchst du nur einen Fallminenbleistift, einen Radiergummi, ein Lineal, Millimeterpapier (am besten im Format A3) und einen Profilkamm. Das Millimeterpapier hilft dir dabei, maßstabsgetreu zu zeichnen. Den Profilkamm setzt du an die zu zeichnende Keramik an, um ihr Profil korrekt erfassen und zeichnen zu können.

2. Vorbereitung

Zuerst erstellst du eine kleine Legende mit deinem Namen, dem Namen des Objekts, dem Datum, dem Maßstab (je nach Größe 1:1 oder 1:2) und der Objektnummer. Anschließend misst du den oberen Durchmesser und die Höhe der Keramik. Diese Ergebnisse zeichnest du in Form eines T, wobei der obere Teil den Durchmesser und der untere Teil die Höhe darstellt. Damit hast du dein Grundgerüst, um die Keramik korrekt zeichnen zu können.

3. Zeichnen

Anhand deines T zeichnest du auf der rechten Seite das Profil der Keramik. Um dies korrekt zeichnen zu können, legst du den Profilkamm an die rechte Außenseite der Keramik an. Den entstandenen Abdruck nutzt du anschließend, um das Profil in dein Grundgerüst zu übertragen. Diesen Schritt wiederholst du auf der linken Seite, wobei du hier nur die äußere Seite des Profils zeichnest. Auf der linken Seite ergänzt du außerdem Verzierungen, falls solche vorhanden sind. Dafür benutzt du auch dein Lineal, um maßstabsgetreu zu bleiben. Nun solltest du eine archäologische Zeichnung der Keramik vor dir haben.

4. Digitalisierung

Nachdem deine Zeichnung fertig ist, musst du sie für Publikationen, Dokumentation und Einordnungen weiterbearbeiten. Dafür digitalisierst du die Zeichnung. Zuerst scannst du die Zeichnung ein, anschließend lädst du den Scan in ein Programm wie Adobe Illustrator. Solche Programme verfügen über Bildnachzeichner (Tracing), mit deren Hilfe deine Zeichnung digitalisiert wird. Die digitalisierte Zeichnung kann anschließend für die wissenschaftliche Auswertung und für Publikationen genutzt werden.

Interesse am Zeichnen?

Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) bietet mehrere Online-Tutorials zur archäologischen Funddokumentation an, darunter auch ein detailliertes Tutorial zum archäologischen Zeichnen.