Die 1940er und 50er Jahre
(kurzer thematischer Umriss/EInordnung zum Raum)

1945-1954: Eine Stadt entsteht neu
Dieser Super-8-Film versammelt Aufnahmen aus der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die späten 1950er Jahre. Er ist zugleich persönliches Reisetagebuch und zeitgeschichtliches Dokument, das den tiefgreifenden Wandel Berlins eindrucksvoll festhält.
Der Film führt uns zuerst zum Kurfürstendamm der frühen 50er Jahre und zeigt dann die unaufgeräumten Ruinen des Krieges im Tiergartenviertel in s/w. Danach sehen wir den Bau des Bikini-Berlin am Zoologischen Garten und den Bau der Berliner U-Bahn.
Der Film beinhaltet Filmmaterial aus dem Jahr 1945: zerstörte Straßenzüge, ausgebrannte Gebäude und weite Ruinenlandschaften prägen das Tiergartenviertel kurz nach dem Krieg. Diese frühen Aufnahmen werden später ergänzt durch Szenen aus dem Jahr 1954, die zeigen, wie sich Berlin langsam verändert und neu erfindet (Vorher-Nachher).
Eine Reise in den Ost-Sektor Berlins im Jahr 1954 dokumentiert die noch offene, aber bereits spürbar geteilte Stadt.
Ein weiterer Höhepunkt sind die Szenen der Interbau-Ausstellung 1957 im Hansaviertel, inklusive der spektakulären Seilbahn, die für architektonischen Aufbruch steht. Abgerundet wird der Film durch dynamische Aufnahmen der AVUS-Rennen von 1956 und 1959, die Geschwindigkeit und Lebenslust in das Nachkriegsberlin zurückbringen.

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1957: Der Berliner Südwesten
Dieser zweite Film von Professor Thielmann führt uns in das Berlin des Jahres 1957 und beginnt in Steglitz. Dort dokumentiert die Kamera den Bau des markanten „Bierpinsels“, der als modernes Bauprojekt bereits die architektonischen Visionen der kommenden Jahrzehnte erahnen lässt.
Anschließend wechselt der Schauplatz nach Dahlem zur Freien Universität Berlin, an der Professor Thielmann selbst gelehrt hat. Die Aufnahmen zeigen die Parkanlagen der FU und den repräsentativen Henry-Ford-Bau als geistiges Zentrum der Universität.
Weiter führt der Film zum Fehrbelliner Platz, wo die monumentale Architektur der 1930er Jahre ins Bild rückt. Von hier aus öffnet sich der Blick über die Stadt. In Wilmersdorf richtet sich die Kamera auf die Stadtautobahn, ein Symbol der autogerechten Stadt jener Zeit. Passend dazu folgen Aufnahmen von S- und U-Bahnen, ein- und ausfahrende Züge, Bahnsteige und Gleisanlagen – sie unterstreichen die Bedeutung der Verkehrsinfrastruktur für das pulsierende Leben der geteilten Metropole und verdeutlichen das Interesse des Filmers für Eisenbahnen.
Den Abschluss bilden sommerliche Bilder vom Grunewaldsee. Der Film zeichnet so ein facettenreiches Bild Berlins im Jahr 1957 – zwischen Baustelle und Bildungsort, Verkehrsknoten, Naturidylle und Erholung.

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1958: Das Zentrum Berlins
Der dritte Film aus der Sammlung von Professor Thielmann ist ein Zusammenschnitt aus verschiedenen Jahren und zeigt erneut ein vielschichtiges Bild Berlins. Die Aufnahmen beginnen 1979 in Charlottenburg an der TU Berlin wo eine Dampflok vor dem Hauptgebäude steht. Danach geht es auf den nächtlichen Kurfürstendamm und zum Teufelsberg. Auf dem künstlich aufgeschütteten Trümmerberg, entstanden aus den Ruinen des Zweiten Weltkriegs, sieht man im Winter einen Skilift und Menschen beim Skisport.
Es folgen Bilder vom Umbau des Olympiastadions. Anschließend führt der Film zur Zitadelle Spandau. Danach öffnet sich der Blick auf die Havel in Spandau: ruhiges Wasser, Uferlandschaften und Boote vermitteln eine beinahe ländliche Atmosphäre am Rand der Großstadt. Anschließend werden wir entführt zum Kurfürstendamm bei Nacht. Bei Tag sehen wir das umtriebige Leben in der Einkaufsstraße Wilmersdorfer Straße. Den Abschluss bildet das Stellwerk Ruhleben. Züge, technische Anlagen, Gleise und Signale rücken noch einmal das Hobby des Filmers in den Fokus.
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