Digitalisieren

Warum sollen Archivalien digitalisiert werden? Einblicke in die Entscheidungsfindung.

Begrenzte Haltbarkeit

Analoge Träger wie Videokassetten sind nicht geeignet, audiovisuelle Inhalte unbegrenzt zu konservieren. Sie alle sind von Verfall bedroht und die Zahl geeigneter Abspielgeräte nimmt ab. Beides kann dazu führen, dass wertvolle Inhalte de facto nicht mehr zugänglich sind. Diese Gefahr besteht unter anderem für Hi8-Magnetbänder und – auf lange Sicht – auch für das Schmalfilmformat Super 8. Neben einer Langzeitarchivierung ermöglicht es eine Digitalisierung zudem, Inhalte auf geeignete Weise der modernen Forschung zur Verfügung zu stellen.

Beschädigte Archivalien

Neben einem allgemeinen Verfall kann Archivgut auch auf anderem Wege verloren gehen. Ton- und Filmbänder können durch äußere Einflüsse verkleben oder reißen, wodurch sie sich nicht mehr oder nur noch eingeschränkt über Abspielapparate wiedergeben lassen. Eine digitale Kopie trägt dazu bei, Aufnahmen auch langfristig zu bewahren und zugänglich zu halten.

Beschädigungen durch Umwelteinflüsse

Die Lagerung von Archivgut stellt eine große Herausforderung für Archive dar. Temperatur und Luftfeuchtigkeit beeinflussen die Archivalien und können dazu führen, dass diese etwa durch chemische Reaktionen Schaden nehmen. Hier dargestellt sind Rostablagerungen, welche von metallischen Gegenständen im Archivgut wie Heftklammern auf das Papier abgegeben werden. Daneben stellen auch andere äußere Einflüsse wie Wassereinbruch, Feuer u.ä. ernsthafte Gefahren dar. Digitalisierungen leisten einen wichtigen Beitrag dabei, Archivalien dauerhaft zu bewahren.

Moderne Forschungszugänge

Archivgut zu digitalisieren bringt noch weitere Vorteile mit sich. Inzwischen sind computergestützte Verfahren fester Bestandteil moderner Forschung. Mit ihnen lassen sich etwa große Datenmengen analysieren, Filmaufnahmen z.B. mittels Computer Vision-Ansätzen untersuchen oder Texte auf vielfältige Arten erschließen.

Hier dargestellt ist das Digitalisat von Georg Thielmanns minutiöser Beschriftung seiner Aufnahmen aus New York, welche mithilfe eines Verfahrens zur automatischen Texterkennung (Automated Text Recognition) bearbeitet wurde. Auf dieser Grundlage lassen sich Datensätze erstellen, welche anschließend für zahlreiche Forschungsfragen genutzt werden können.