Anschauungschimären: Präparat, Modell oder Zeichnung?

Anschauungschimären sind Objekte, die zwischen den Stühlen stehen: Was ist ‚nur‘ Kopie? Was ist schon Modell?
Was ist mit den dazugehörigen Abbildungen? Wann wird ein anatomisches Präparat zum Modell? Was sind die Unterschiede zwischen Innen- und Außenansicht?

Ist ein präparierter Hundeschädel mit Knochen, Haut und weiteren organischen Anteilen, aber mit nachmodellierten Muskeln und Adern in Wachs ein Präparat, ein Kunstobjekt oder ein Modell?

Und welche konzeptionellen Vor- und Nachteile haben solche Mischobjekte, wenn sie den Ausgangspunkt für zweidimensionale Abbildungen in wissenschaftlichen Atlanten und auf Wandtafeln für die Lehre bilden?

Präparate wie Bilder sollen Ordnung in das organische Chaos bringen, das die Studierenden beim Sezieren erwartet. Dafür ist der Kompromiss zwischen Präparat und Modell genial: Er bietet die Unmittelbarkeit von organischen Details wie Knochen, Haut, Nase und feinen Härchen und kombiniert sie mit der ordnenden Anschaulichkeit des Modells.